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Die Festlegung der Aufteilung der Banknoten und -Münzen

Die Vorgängerinstitution der EZB, der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI), beschloss im November 1994, dass die Abfolge von 1:2:5 für die Stückelung der sieben Euro-Banknoten die beste Lösung sei, also 10 EUR und 100 EUR, 20 EUR und 200 EUR sowie 5 EUR, 50 EUR und 500 EUR. Dies entspricht der üblichen Aufteilung bezüglich der Stückelung bei fast allen Währungen weltweit und gleichzeitig der Reihung der Euro-Münzen, also 1 Cent, 10 Cent sowie 1 €, 2 Cent, 20 Cent und 2 € sowie 5 Cent und 50 Cent.

Diese Reihung hatte der ECOFIN-Rat (Rat für Wirtschaft und Finanzen der EU) festgelegt. Erst nach sehr intensiven Beratungen wurde die Einführung der 500 EUR-Banknote, einer Banknote mit sehr hohem Nennwert, beschlossen. Hintergrund für diese Entscheidung war, dass in sechs Ländern des späteren Euroraums (Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden sowie Österreich) schon vor der Einführung des Euro Banknoten mit einem hohen Nennwert zwischen 200 EUR und 500 EUR gab, die häufig verwendet wurden. So gab es beispielsweise im Jahr 2000 eine 15-mal höhere Nachfrage nach 1000-DM-Banknoten, als dies 1975 der Fall war. Banknoten dieser Aufteilung erreichten bis zu 34 Prozent des Gesamtwerts aller DM-Banknoten, die im Umlauf waren.

Ein weiterer Grund für die 500 EUR-Banknote war der Umstand, dass in vielen Ländern mit niedriger Inflation und fehlendem Vertrauen in das vorhandene Bankensystem Bargeld als Mittel der Wertaufbewahrung dient. In diesen Ländern hielten Bürgerinnen und Bürger vor allem Geldscheine mit hohem Nennwert, beispielsweise die 1 000 DM-Banknote. Die Ausgabe sowohl von Banknoten mit sehr hohem als auch mit sehr niedrigem Nennwert (wie in Italien, Griechenland und Österreich) hätte die EU jedoch zur Herstellung von Banknoten mit zu zahlreichen Aufteilungen gezwungen. Solche Banknoten hätten zudem eine geringere Nutzerfreundlichkeit gehabt und ihre Lagerung und Bearbeitung und Lagerung wäre deutlich komplizierter gewesen. Aus diesen Beweggründen führte man die 2-Euro-Münze als Münze mit dem höchsten Nennwert sowie die 5-Euro-Banknote als kleinste aller Banknoten ein.